Wie man kratzige Wolle weich bekommt

wie man kratzige Wolle weich machen kann

Vielleicht kennt ihr das: Man strickt liebevoll wochen- oder monatelang an einem wunderschönen Pulli, Schal oder sonstigen Strickstück. Die Größe passt und man freut sich riesig über die geschaffte Arbeit. Das Strickstück wird gewaschen, sorgsam liegend getrocknet und der Tag kommt, an dem es zum ersten Mal ausführlich getragen werden soll. Es wird also angezogen und zuerst denkst du vielleicht: „Mmh, könnte ja doch ein bisschen weicher sein“. Nach einer halben Stunde kommt die Einsicht, dass das Teil dermaßen kratzt, dass ein weiteres Tragen überhaupt nicht geht. So ist es mir kürzlich mit meinem Ziggurat Aran Pullover und kurz darauf auch mit dem Braidsmaid Tuch ergangen. Nach erneutem ausgiebigem Bad im feinen Wollwaschmittel meinte ich zuerst eine Besserung zu erkennen, ein längeres Tragen war aber selbst mit einem langärmeligen Shirt darunter immer noch nicht möglich. Also habe ich ein bisschen recherchiert, ob und wie man kratzige Wolle weich machen kann.

Die Lösung war ein Wollwachs-Spülmittel-Bad. Wollwachs ist wasserfreies Lanolin, was wiederum ein Sekret aus den Talgdrüsen von Schafen ist, das bei der Wäsche von Schafwolle gewonnen wird. Man bekommt Wollwachs in der Apotheke, die Mütter unter euch werden es eventuell kennen, ich habe mir sagen lassen, dass es gerne in der Stillzeit angewendet wird.

Und so geht’s:

Einen Esslöffel Wollwachs und einen Esslöffel Spülmittel in ca. einem halben Liter kochendem Wasser verrühren und auflösen. Etwas abkühlen lassen. Das Strickstück in einen ausreichend großen Behälter geben, die Wollwachs-Spüli-Mischung darüber gießen und mit lauwarmem Wasser auffüllen, bis alles gut bedeckt ist. Einmal vorsichtig durchmischen und das Ganze dann am besten über Nacht einweichen lassen. Am nächsten Tag das Strickstück herausnehmen, gut ausdrücken (am besten in einem Handtuch) und wie gewohnt spannen und trocknen.

Da ich ja gleich zwei Teile zu bearbeiten hatte, habe ich den Vorgang noch einmal wiederholt und siehe da, Pullover und Tuch sind jetzt tatsächlich auch direkt auf der Haut und am Hals tragbar! Natürlich ist es kein Seiden- oder Kaschmirgefühl, aber doch eine erhebliche Verbesserung.

Um derartiges jedoch in Zukunft zu vermeiden, lege ich mir jetzt beim leisesten Verdacht, die Wolle könnte nicht weich genug sein, meine Maschenproben aus neuem Garn erst mal für einige Zeit unter den Ärmel auf den Arm, um festzustellen, wie es sich anfühlt.

Habt ihr auch schon Erfahrungen mit kratziger Wolle gemacht? Und wie habt ihr sie weicher bekommen?

Bis bald und habt eine schöne Zeit!
Susanne

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Susanne,
    weil ich total empfindlich bin, stricke ich fast nur Merino, um sicher zu gehen. Wie ärgerlich, wenn ich Wolle bestelle und dann feststellenmuss,d ass sie kratzt!
    Aber zu wissen, dass das mit dem Wollwachs eine Möglichkeit ist, ist ja schonmal gut 🙂

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